Das Känguru ist wieder da. Endlich. Hat ja auch lang genug gedauert (@Marc-Uwe). Das Beuteltier und sein stoischer Mitbewohner setzen die Kultreihe im nun fünften Band fort. Da es sich um ein Buch von Marc-Uwe Kling handelt, sind natürlich auch Gesellschaftskritik, bissige Satire und herrlich absurde Dialoge Pflicht. Eigentlich genau das, was man von einem neuen Känguru erwarten darf. Und das Känguru liefert.
Gefühlt hat das Känguru etwas Anlauf genommen: Im Vergleich zum vorhergehenden Band wirkt die Handlung etwas stringenter. Dafür, dass das Känguru früher beim Vietcong war und die großartige Idee der Antiterror-Anschläge in die Welt brachte, ist es dabei überraschend „zahm“. Das mag daran liegen, dass es im aktuellen gesellschaftlichen Klima schon ausreicht, in einer Diskussion Fakten zu bringen, um radikal zu wirken. So redet es sich regelmäßig in Rage und stellt natürlich den Status quo in Frage. Ganz nebenbei rebelliert es gegen die Zustände und sammelt dafür Unterstützer*innen. Ganz unaufdringlich und basisdemokratisch. Doch wer das Känguru kennt, ahnt es schon: keine Aktion ohne Challenge. Wer wird wohl am Ende mehr Leute für die Rebellion gewonnen haben: das Beuteltier oder sein Mitbewohner? (was wohl eine subtile popkulturelle Anspielung auf die Verfilmung des Herrn der Ringe sein dürfte). Für alle, die das Känguru maximal vom Hörensagen kennen: besser mit dem ersten Band anfangen, ansonsten bleiben doch einige Gags auf der Strecke. Für alle, die die Reihe schon kennen: man kann hier beruhigt zugreifen. Das Känguru ist zwar etwas zahmer geworden, hat aber eine gewohnt scharfe Zunge. Gesellschaftliche Themen gibt es genug, es finden sich also auch genügend Gründe für die Rebellion!
Wir rebellieren gegen die Zustände. Machste mit?
Anmerkung des Bloggers: Falls Marc-Uwe Kling es irgendwann mal leid sein sollte, in außerverkauften Veranstaltungshallen aufzutreten und viel Geld zu verdienen: wie wäre es mal wieder mit einem Auftritt in einer unserer Buchhandlung? Geld verdienen kann man hier zwar nicht, aber es wäre auch eine Form der Rebellion gegen die Zustände… Immerhin werden Buchhandlungen auch vom Verfassungsschutz beobachtet! Wäre das nicht was?
