Das zurückliegende Jahr 2025 war für uns ein lebendiges, intensives und sehr persönliches Literaturjahr. Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wichtig unser Veranstaltungsprogramm für unsere Buchhandlung ist – als Ort der Begegnung, des Gesprächs und des Gesprächs über Bücher und ihre teils schwierige Themen, vor allem aber standen und stehen bei uns die Autor:innen im Mittelpunkt und der persönliche Austausch mit ihnen.
Schon zu Beginn des Jahres durften wir spannende Gäste bei uns begrüßen. Wir starteten mit Orry Mittenmayer und seinem autobiografischen Buch über die prekären Arbeitsbedingungen bei Lieferdiensten. Weiter ging es mit Jo Lendles Roman über die Flugpionierin Amelia Earhart. Ebenfalls biografisch, jedoch in einer völlig anderen Richtung ging es weiter mit Tex Brasket mit seiner Lebensgeschichte von Pflegefamilien, Gewalt, Drogen bis zur Wende als neuer Sänger der Punk-Band Slime. Mit den Romanen von Rasha Khayat, Ela Meyer und Leyla Bektas wurde es dann wieder literarischer. Mit Oliver Fischer und seiner Doppelbiografie über Thomas Mann und Paul Ehrenberg folgte dann ein sehr intimer Einblick in das Leben Thomas Manns.
Das zweite Halbjahr starteten wir wiederum mit Sachbüchern: Matthias Kreienbrink näherte sich auf sehr persönliche Art dem Thema Scham. Rebekka Endler sorgte mit Witz, Schärfe und klarem Blick auf gesellschaftliche Rollenbilder für einen ebenso unterhaltsamen wie diskussionsfreudigen Abend.
Sarah Lorenz lies sich von keiner Geringeren als Mascha Kaléko zu ihrem Debütroman inspirieren, Arno Frank ließ mit seinem Roman „Ginsterburg“ literarisch eine deutsche Stadt im Nationalsozialismus untergehen und Ferdinand Sutterlüty stellte kleine und große Widerstandshandlungen in unterschiedlichen Kontexten vor. Mit Annett Gröschner und Paola Lopez hatten wir dann zwei weitere Highlights zum literarischen Abschluss des Jahres zu Gast, ergänzt durch Miltiadis Oulios und seinen Überlegungen zum Klima-Kommunismus.
Wir möchten uns auch bei dem Team der Kunsthalle bedanken, das die Kinderbuchlesungen mit Regina Feldmann und Fleur-Chantal Sandjon ermöglicht hat. Auch sagen wir Danke an das Museumsquartier, wiederum an die Kunsthalle und an Fokus e.V. für die Kooperation im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Körper und Utopie“, durch die ebenso spannende wie unterschiedliche Diskussionen geführt und angeregt wurden!
Über das ganze Jahr hinweg haben wir erlebt, wie sehr unser Publikum diese Abende schätzt – als Auszeit vom Alltag, als Inspiration und als Möglichkeit, Literatur gemeinsam zu erleben. Für uns als Buchhandlung ist das Veranstaltungsprogramm ein Herzstück unserer Arbeit: Es verbindet Bücher mit Menschen, schafft Nähe zu Autor:innen und macht unseren Laden zu einem kulturellen Treffpunkt. Zusätzlich zu unseren eigenen Veranstaltungen haben wir das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen begleiten dürfen. Wir sagen an dieser Stelle Danke an alle Veranstalter:innen für die gute Zusammenarbeit und hoffen auf viele spannende Projekte im neuen Jahr.
Gleichzeitig sind Veranstaltungen zwar ein wichtiger, aber nur ein kleiner Teil unserer Arbeit. An sechs Tagen die Woche beraten wir, lösen (und verursachen) kleine und große Probleme und sichten nebenbei schon wieder die Neuerscheinungen für das nächste Halbjahr. Wir blicken dankbar auf ein Jahr 2025 zurück, das von Offenheit, Neugier und vielen schönen Begegnungen geprägt war. Unser Dank gilt allen Autor:innen, die bei uns gelesen haben, sowie allen Besucher:innen, die diese Abende, aber auch unseren Alltag in der Buchhandlung durch ihr Interesse, ihre Fragen und ihre Begeisterung mit Leben gefüllt haben. Mit dieser Erfahrung im Rücken freuen wir uns darauf, auch 2026 wieder Raum für Literatur, Gespräche und neue Perspektiven zu geben.